Vietnam - Sa Pa - Na Meo (Laos) by bike (2019)


On 18 November 2019 we arrive in Sa Pa (Vietnam). The location of this popular North Vietnamese small town immediately reminds me of Nepal or Darjeeling in Northeast India. For us as cyclists, this poses some challenges: once we have taken a wrong turn, we definitely go back uphill, as the town has literally been "glued" to the slope. Flat passages are scarce here. Mike is already waiting for us.

But thanks to our confusing and one-dimensional app we get lost. But that's not all, the traffic in the narrow downward leading alleys puts sand in particular before nearly unsolvable tasks. I myself fight for my place metre by metre, surrounded by cars that are far too big and buses that are filled to bursting. When my feeling signals to me that we are wrong, the city has almost spat us out. So we turn around and go back to the street war.

 we reach our starting point, the city centre, which reminds me of Madonna di Campiglio. I call Mike. He is still waiting for us. Not far away from us, as we realize shortly afterwards. Completely frozen we head for the first guesthouse. We are only looking forward to a hot shower. But as we stand naked on the cold floor of our showers we have to realize one after the other that the boilers need fifteen minutes of preheating time. When all three of us have finally scrubbed the dirt of the street and our sweat from our bodies we go outside again...into the thick fog! At a typical Vietnamese outdoor barbecue we enjoy the spooky atmosphere and decide not to drive further north to Ha Giang. Cold, wet and fog is not our thing.



Am 18. November 2019 kommen wir in Sa Pa an (Vietnam an). Die Lage dieser beliebten nordvietnamesischen Kleinstadt erinnert mich sofort an Nepal bzw. Darjeeling in Nordostindien. Für uns als Radfahrer birgt das einige Herausforderungen: einmal falsch abgebogen geht es definitiv zurück bergauf, da die Stadt buchstäblich an den Hang „geklebt“ wurde. Flachpassagen sind hier Mangelware. Mike wartet bereits auf uns. Doch dank unserer unübersichtlichen und eindimensionalen App verfahren wir uns. Doch damit nicht genug, stellt der Verkehr in den engen abwärts führenden Gassen vor allem Sand vor nahezu unlösbare Aufgaben. Ich selbst erkämpfe mir Meter für Meter meinen Platz, umringt von von viel zu grossen Autos und prall gefüllten Bussen. Als mein Gefühl mir signalisiert, dass wir falsch sind, hat uns die Stadt schon fast ausgespuckt.

Kehrtwende also und zurück in den Strassenkrieg. Endlich erreichen wir unseren Ausgangspunkt, die Stadtmitte, die mich an Madonna di Campiglio erinnert. Ich rufe Mike an. Er wartet immer noch auf uns. Nicht weit von uns, wie wir kurz darauf feststellen. Völlig durchgefroren steuern wir das erstbeste Guesthouse an. Wir freuen uns nur noch auf eine heisse Dusche. Doch als wir nackt auf dem kalten Boden unserer Duschen stehen, müssen wir nacheinander feststellen, dass die Boiler fünfzehn Minuten Vorwärmzeit benötigen. Als wir uns endlich alle drei den Schmutz der Strasse und unseren Schweiss vom Körper geschrubbt haben, geht es wieder nach draussen...in den dicken Nebel!


Bei einem typisch vietnamesischen Outdoorbarbecue geniessen wir die gespenstische Atmosphäre und beschliessen nicht weiter Richtung Norden nach Ha Giang zu fahren. Kälte, Nässe und Nebel ist nicht unser Ding.
Paper manufacturing - Papierherstellung
Paper manufacturing - Papierherstellung

Our new, common goal is called Hanoi. On the way there, we cycle for two days through an area where thin wooden boards are set up along the roadside to dry and wait to be further processed into paper.


Unser neues, gemeinsames Ziel heisst Hanoi. Auf dem Weg dorthin radeln wir zwei Tage lang durch ein Gebiet, in dem dünne Holzplatten am Wegesrand zum trocknen aufgestellt sind und darauf warten, weiter zu Papier verarbeitet zu werden.
Viet Tri - one day before Hanoi
Viet Tri - one day before Hanoi

Together we spend a few more relaxing days in Hanoi. Mike is flying back to Belgium from here, his vacation is over. In front of the St. Joseph Cathedral we say goodbye toeachother.Thecathedralwasbuilt in 1883 and with its two massive towers and neo-Gothic architecture it reminds us of its French builders during the colonial period. In order to build it,theBuddhistbuildingThienPagoda, thelargest and most important sanctuary in the city at the time, had to be demolished.

Imagine if Tibetans had invaded Germany a hundred and fifty years ago, demolished Cologne Cathedral,built a huge stupa and stood on the cathedral slab, beaming with joyandproudlytakingphotographs.This is exactly what most of the western tourists do here in Hanoi.

 According to the motto: what do Icare about the colonial past. 



Gemeinsam verbringen wir noch ein paar entspannende Tage in Hanoi. Mike fliegt von hier aus zurück nach Belgien, sein Urlaub ist vorüber. Vor der St. Joseph-Kathedrale verabschieden wirunsvoneinander. Die Kathedrale stammt von 1883 und erinnert mit ihren zwei wuchtigen Türmen und der neogotischen Architektur an ihre französischen Erbauer während der Kolonialzeit. Um sie zuerrichten musste die vorher an dieser Stelle stehende buddhistische Bau Thien-Pagode, damals das grösste und wichtigste Heiligtum der Stadt abgerissen werden.

Man stelle sich vor, Tibeter wären vor hundertfünfzig Jahren in Deutschland eingefallen, hätten den Kölner Dom niedergerissen, eine riesige  Stupa errichtet und würden dieser Tage freudestrahlend und stolz fotografierend auf der Domplatte stehen.

Genau das machen die meisten westlichen Touristen hier in Hanoi. Frei nach dem Motto: was kümmert mich die koloniale Vergangenheit. 


Although it is already approaching midday, Sand and I still start towards Dien Bien Phu, where we arrive after more than a hundred kilometres at dusk. When I enter the hotel where I spent several days three years ago, one of the owners comes towards me beaming with joy and jumps up to hug me. I was not forgotten!



Obwohl es schon auf Mittag zu geht, starten Sand und ich noch Richtung Dien Bien Phu, wo wir nach mehr als hundert Kilometern in der Abenddämmerung ankommen. Als ich das Hotel betrete, in dem ich vor drei Jahren mehrere Tage verbracht habe, kommt einer der Besitzer freudestrahlend auf mich zu und springt an mir hoch, um mich zu umarmen. Man hat mich nicht vergessen!
Tam Coc
Tam Coc

A few days we rest in Ninh Binh. Then we'll move to quarters a few kilometres further on, in Tam Coc. The dry Halong Bay with its beautiful karst formations is waiting to be explored by boat, on foot and by bike.


Ein paar Tage ruhen wir uns in Ninh Binh aus. Dann beziehen wir ein paar Kilometer weiter, in Tam Coc Quartier. Die trockene Halong Bay mit ihren wunderschönen Karstformationen wartet darauf per Boot, zu Fuss und auf dem Fahrrad erkundet zu werden.


The boats are rowed by the women with their feet. Hundreds of boats are moored at the pier, as every family owns a boat and is allowed to share in the success of socialism.


Die Boote werden von den Frauen dabei mit den Füssen gerudert. An der Anlegestelle liegen hunderte von Booten, da jede Familie ein Boot besitzt und am Erfolg sozialistisch teilhaben darf.




The next day we change our perspective. For this we first climb five hundred steps. Too much for five young western "backpackers". They have hardly moved in the last few months, I hear in passing as the unathletic girls take an exhausted break. 

Tags darauf wechseln wir die Perspektive. Dafür erklimmen wir zunächst fünfhundert Stufen. Zuviel für fünf junge westliche „Backpackerinnen“. Sie haben sich die letzten Monate kaum bewegt, höre ich im Vorbeigehen, als die unsportlichen Mädels gerade erschöpft Pause machen. 

On the way back down, the "doorgunner" (machine-gunner in the helicopter during the Yugoslavian war) comes towards us,  whom we had met on the boat to Luang Prabang.

Auf dem Weg zurück nach unten kommt uns der „doorgunner“ (Maschinengewehrschütze im Hubschrauber während des Jugoslawienkriegs) entgegen, den wir auf dem Boot nach Luang Prabang kennen gelernt hatten.
 
We spend almost a week in Tam Coc before we cycle on to Vietnam's oldest national park. Cuc Phuong.

Knapp eine Woche verbringen wir in Tam Coc, bevor wir weiter zum ältesten Nationalpark Vietnams radeln. Cuc Phuong.


Once there, we will not be disappointed. Pure nature. Our goal: to cycle as far as possible into the National Park and then spend the night there in our tent. It shall be our coldest night.

Dort angekommen, werden wir nicht enttäuscht. Natur pur. Unser Ziel: so weit wie möglich in den National Park hineinradeln und dann die Nacht dort im Zelt verbringen. Es soll unsere kälteste Nacht werden.

On the way into the park sand suddenly screams and stops abruptly! Again a snake is sunning itself shortly before its front wheel on the path.


Auf dem Weg ins Parkinnere schreit Sand plötzlich auf und stoppt abrupt! Wieder sonnt sich eine Schlange kurz vor ihrem Vorderrad auf dem Weg.

Our main focus, however, is still on the incredibly different beautiful butterflies.


Unser Hauptaugenmerk gilt jedoch weiterhin den unglaublich unterschiedlich schönen Schmetterlingen.

Arriving in the middle of the park, we only meet a few people. In the only restaurant we have delicious lunch and dinner. In between we just sit in the sun and warm ourselves up, then we pitch our tent. In the meantime we are a well-rehearsed team and so it only takes a few minutes until our "home, sweet home" is ready for occupancy.


Mitten im Park angekommen, treffen wir nur auf ein paar wenige Menschen. Im einzigen Restaurant essen wir lecker zu Mittag und zu Abend. Dazwischen sitzen wir einfach in der Sonne und wärmen unsauf.Anschliessend bauen wir unser Zelt auf. Wir sind in der Zwischenzeit ein eingespieltes Team und so dauert es nur wenige Minuten bis unser „home, sweet home“ bezugsfertig vor uns steht.

The day before we needed two hours for the twenty kilometres, but if there is a gradient we can make it out in just under an hour.

Haben wir tags zuvor zwei Stunden für die gut zwanzig Kilometer benötigt, schaffen wir es hinaus bei Gefälle in knapp einer Stunde.

Our time in Vietnam is running out slowly and so we head for the border.

Unser Zeit in Vietnam läuft langsam ab und so machen wir uns auf Richtung Grenze.

On the last evening we light our first campfire. Sand is responsible for the dinner. There are bananas roasted in the fire and fresh bamboo shoots. Simply delicious!

Am letzten Abend entzünden wir unser erstes Lagerfeuer. Sand ist für das Abendessen zuständig. Es gibt im Feuer gebratene Bananen und frische Bambussprossen. Einfach köstlich!

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