Annapurna by bicycle - 7. Upper Pisang - Manang

18th of october 2017

 

Like almost every morning I leave early, that is, around 7 o' clock.

We first pass through Upper Pisang, followed by the first short trail passages.

Some, few hikers are already on the way and so I also meet Karl, the Australian this morning.

The first hurdle in the form of a suspension bridge appears. Above her on the mountain, however, a far greater challenge looms ahead. Countless hairpin bends want to be mastered on the next four hundred meters of altitude.

Almost two hours later I also successfully conquered them and got the nickname "Máquina" (machine) from a beautiful Spaniard.

As a reward, I take a long break, drink black tea with sugar and enjoy an apple pie and simply enjoy the wonderful view.

 

 

Wie fast jeden Morgen breche ich früh auf, das heißt gegen 7 Uhr.

 

Es geht zunächst noch ein bischen durch Upper Pisang, gefolgt von den ersten kurzen Trailpassagen.

 

Einige, wenige Wanderer sind bereits unterwegs und so treffe ich auch Karl, den Australier an diesem Morgen.

 

Die erste Hürde in Form einer Hängebrücke taucht auf. Über ihr am Berg zeichnet sich aber eine weitaus größere Herausforderung ab. Unzählige Kehren wollen auf den nächsten vierhundert Höhenmeter bewältigt werden.

 

Knapp zwei Stunden später habe ich aber auch die erfolgreich bezwungen und bekomme dafür von einer hübschen Spanierin den Spitznamen "Máquina" (Maschine) verpasst.

 

Zur Belohnung gönne ich mir eine lange Pause, trinke Schwarztee mit Zucker, genehmige mir einen Apfelkuchen und genieße einfach die herrliche Aussicht.

 

 

Freshly refreshed and rested i continue on the "high route". The serpentine rise was worth it, because what I see before me looks quite promising.

The next hour is again an interplay between up and down, characterized by amusement, because after each bend another breathtaking view or a nice trail passage is waiting for me.

 

 

Frisch gestärkt und ausgeruht geht´s weiter auf der "high route". Der Serpentienenanstieg hat sich gelohnt, denn das, was ich da vor mir sehe, sieht recht viel versprechend aus.

 

Die nächste Stunde ist wieder mal ein Wechselspiel zwischen auf und ab, von Kurzweiligkeit geprägt, da nach jeder Biegung ein weiterer atemberaubender Ausblick oder eine nette Trailpassage wartet.

 

 

Upper Ngawal comes in sight and I use the possibility to have lunch break. Thanks to my bike I am one of the first three guests shortly before 11 am. My favourite dish is quickly selected so that I can make myself comfortable in the sun.

Gradually more and more trekkers arrive in smaller and larger groups. The kitchen is busy. After a while, one after the other, food leaves the small hut towards the hungry hikers. Only I wait in vain. Eventually it gets too colorful for me and I pack up to drive on. A guide has probably noticed my dissatisfaction and forwarded it into the kitchen. That's how I get to my meal.

 

 

Upper Ngawal kommt in Sicht und ich nutze die Möglichkeit Mittagspause zu machen. Dank meiner Art der Fortbewegung gehöre ich zu den ersten drei Gästen kurz vor elf Uhr. Mein Wunschgericht ist schnell selektiert, so dass ich es mir direkt in der Sonne gemütlich machen kann.

 

Immer mehr Wanderer, in kleineren und größeren Gruppen, treffen ein. In der Küche herrscht Hochbetrieb. Nach einiger Zeit verlässt eine Speise nach der anderen die kleine Hütte in Richtung hungrige Wanderer. Nur ich warte vergeblich und werde langsam etwas ungehalten, was ich auch kund tue.

 

Irgendwann wird es mir dann zu bunt und ich packe zusammen, um weiter zu fahren. Ein Guide hat meine Unzufriedenheit wohl registriert und in der Küche Bescheid gegeben. So komme auch ich noch zu meiner Mahlzeit.

 

However, a bland aftertaste remains, because for years I have noticed that as a single traveller you are sometimes treated like a leper. You are simply "overlooked" or placed in the back corner of a restaurant.

But that's just part of my life as a lone wolf.

However, the advantages outweigh the benefits for me when I watch the groups often. Happy and satisfied looks different. Not to mention the compulsive "loudspeakers"that apparently want to delight the whole world with their views and experiences. If you have such customers in tow, the most beautiful experience is in a matter of seconds.

The "Germans" seem to be the most promising candidates for the world championship title in this discipline, too.

In general, the phrase "shared joy is double joy" seems to have a new meaning in view of the stereotypical behaviour of 95% of people who are travelling.

As soon as they sit on a chair in a café or restaurant, a bar or a hotel, they grab by a halter or, to put it more accurately, a smartphone in the style of a wild West man, as if there were no last time.

Share yes. But only on Facebook. There's hardly any talk left. Especially the young people. The first question when entering the restaurant is not for food or drink, but simply and rude:

"what's the wifi code?"

In view of the ever more and more grazing shortage of time, only existing in the spirit, even for truly civilizing achievements such as "thank you" and "please" is no longer a place in the fully clocked holiday event calendar. The bucketlist wants to be processed and the progress  always up to date.

Everyone stares at the small screen as if their lives depended on it.

There is no more left or right, let alone an opposite or neighbour. Me and my small, big virtual world.

I have known for a long time that the problem does not only affect the "others", and I work with more or less success almost daily on not getting involved in this behavioral strudel. Sometimes with more and sometimes with less success.

No media consumption during meals or conversations with others and consciously noticing the environment again are the first steps in the right direction for me. Reading books also helps. At least me. I'm getting used to my brain more and more to longer-lasting activities again. Away from fragmented pieces of information, which only make it impossible to stop.

Because we are running the risk of forgetting the real world and getting lost in a virtual world. What do we want to remember in old age? Of nullities?

 

Ein fader Nachgeschmack bleibt jedoch, denn seit Jahren stelle ich fest, dass man als Alleinreisender manchmal wie ein Aussätziger behandelt wird. Man wird einfach "übersehen" oder in der hintersten Ecke eines Restaurants platziert.

Aber das gehört mittlerweile einfach dazu, zu meinem Leben als einsamer Wolf.

 

Die Vorteile überwiegen für mich jedoch ganz klar, wenn ich den Gruppen oft zuschaue. Glücklich und zufrieden sieht anders aus. Ganz abgesehen von den zwanghaften "Lautsprechern", die anscheinend die ganze Welt mit ihren Ansichten und Erfahrungen beglücken wollen. Wenn Du solche Kunden im Schlepptau hast, ist das schönste Erlebnis in Sekundenschnelle zerredet.

 

Die Deutschen scheinen augenscheinlich auch in dieser Disziplin zu den aussichtsreichsten Kandidaten auf den Weltmeistertitel zu sein.

 

Überhaupt scheint der Spruch "geteilte Freude ist doppelte Freude" eine neue Bedeutung zu haben angesichts des stereotypen Verhaltens von gefühlten 95% der Menschen auf Reisen.

 

Kaum sitzt man auf seinem Stuhl in einem Cafe oder Restaurant, einer Bar oder einem Hotel wird in Wildwestmanier ans Halfter oder besser gesagt zum Smartphone gegriffen, als gebe es kein letztes Mal.

 

Teilen ja. Aber nur auf Facebook. Gesprochen wird da kaum noch. Vor allem die jungen Reisenden. Die erste Frage beim Betreten des Lokals bezieht sich nicht auf Essen oder Trinken sondern lautet schlicht, einfach und ruppig:

 

"what is the Wifi-Code?"

 

Angesichts der immer mehr grasierenden, nur im Geiste existenten Zeitnot, ist selbst für wirklich zivilisatorische Errungenschaften wie "danke" und "bitte" kein Platz mehr im voll getakteten Urlaubseventkalender. Die "Bucketlist" will ja abgearbeitet werden und der Fortschritt jederzeit "up to date" sein.

 

Alle starren auf den kleinen Bildschirm, als würde ihr Leben davon abhängen.

Da gibt es kein links oder rechts mehr, geschweige denn einen Gegenüber oder Nachbar. Ich und meine kleine, große virtuelle Welt.

 

Dass das Problem nicht nur die "anderen" betrifft, weiß ich schon lange und arbeite nahezu täglich daran, nicht weiter in diesen Verhaltensstrudel hineingezogen zu werden. Mal mit mehr und mal mit weniger Erfolg.

 

Kein Medienkonsum beim Essen oder bei Gesprächen mit anderen und bewusst wieder mehr die Umwelt wahrnehmen, sind erste Schritte für mich in die richtige Richtung. Bücher lesen hilft ebenfalls. Zumindest mir. Ich gewöhne mein Hirn mehr und mehr wieder an länger dauernde Tätigkeiten. Weg von fragmentierten Informationsfetzen, die nur bewirken, daß man nicht mehr damit aufhören kann.

 

Denn wir laufen immer mehr Gefahr, die wirkliche Welt zu vergessen und in einer virtuellen Welt verloren zu gehen. An was wollen wir uns denn im Alter erinnern? An Nichtigkeiten?

 

 

The afternoon will be a single, never-ending downhill orgy at the end of which I reach my minimum goal Manang with a broad grin in the face. I will come as far as this point, I was quite sure and I was right. But the hardest and most strenuous part is still ahead of me. Not to mention darkness, cold, ice and snow.

But as they say:"I will try to do my best".

 

Der Nachmittag wird eine einzige, nicht zu enden scheinende Abfahrtsorgie an deren Ende ich mit breitem Grinsen im Gesicht Manang, mein Minimalziel erreiche. Bis hierher werde ich kommen, da war ich mir relativ sicher gewesen und habe Recht behalten. Doch der schwerste und anstrengendste Teil liegt noch vor mir. Von Dunkelheit, Kälte, Eis und Schnee ganz zu schweigen.

 

Aber wie heißt es so schön: "ich werde versuchen, mein Bestes zu geben".

 

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