Annapurna by bicycle - 1. Pokhara - Besisahar

12. Oktober 2017

 

Kurz nach 6 Uhr 30 starte ich an diesem Morgen von der Pokhara Lakeside South in Richtung Microbus Station in der Nähe des Prithivi Chowk Kreisverkehrs.

 

Anders als erwartet, beginnt der Tag nicht gerade geschmeidig. Die ersten Preisverhandlungen mit dem Fahrer erzürnen mich. Der Preis ist deutlich höher als mir vorher gesagt wurde. Da spiele ich nicht mit.

 

Also wieder zurück zur großen Kreuzung und rechts zu den "normalen" Bussen. Dort angekommen, stelle ich fest, daß dort die gleichen Preise verlangt werden. Nur dass ich hier noch länger auf die Abfahrt warten muss. Ergo radle ich die paar hundert Meter zurück zu dem Microbus. Doch der junge Fahrer will mich jetzt nicht mehr. Der Bus ist bereits voll besetzt.

 

Bei einem weiteren Fahrzeug sieht es besser aus. Der meiner Meinung nach erhöhte Preis stellt sich als Missverständnis heraus. Wir werden uns einig.

 

300 Rupies (2,45€) für mich und 400 Rupies (3,26€) für mein Bike wechseln den Besitzer. Gemeinsam mit einem Nepalesen verstauen wir mein Specialized Enduro auf dem Dach.

 

Es kann losgehen.

 

 

Gut fünf Stunden dauert die Fahrt bis Besisahar, das früher einmal der klassische Startort für den Annapurna Circuit war. Doch seit April 2015 die befahrbare Piste bis Manang fertiggestellt und eröffnet wurde, nutzen immer mehr Trekker die Möglichkeit, schneller Höhe zu gewinnen.

 

 

"Keine Zeit" heißt die Selbstlüge, die in Wahrheit "andere Prioritäten" heißt.

Oder anders formuliert: wie bringe ich möglichst viele Aktivitäten in den mir vermeintlich täglich zur Verfügung stehenden 24 Stunden unter.

 

 

Am Tagesziel angekommen, teste ich erst einmal mein Mountainbike, nachdem es mir vom Dach heruntergegeben wurde. Alles in Ordnung. Das ist doch schon mal ein Anfang, denke ich.

 

Danach beziehe ich mein kleines Zimmer im ersten Stock eines Guesthouses, dusche und esse zu Abend. Dann meditiere ich und lege mir meine Aufstiegsstrategie zurecht.

 

 

Ich muss mein eigenes, sehr langsames Tempo gehen. Mein Bike schieben, dort wo es nicht mehr sinnvoll ist, zu fahren. Und ich muss meine beiden Bremsen als Aufstiegshilfe benutzen. Die Tagesetappen werden die gleichen sein, wie bei den Trekkern.

 

Und ich muß meinen Joker ausspielen, wann immer notwendig. Ich habe alle Zeit der Welt, oder besser gesagt: ich muß jeden Moment so nutzen, wie es notwendig ist, um mein großes Ziel zu erreichen.

 

Einen der höchsten, mit dem Bike befahrbaren Pässe der Welt.

 

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