Sieben Tage auf der Straße

Sieben abwechslungsreiche Tage von Cambodia südwärts Richtung Küste, weiter über Pattaya nordwärts nach Bangkok und jetzt wieder südwärts Richtung Khao Lak liegen hinter mir.

 

Fast 700 Kilometer, mehrmals über 100 km am Tag - es läuft, macht Spaß und - das Fahrrad hält.

 

Zur Belohnung habe ich mir mit den schwimmenden Märkten von Amphawa genau das richtige Wochenenddomizil ausgesucht. Schlafen, essen, lesen...ein schöner und erholsamer Sonntag!

 

 

Doch der Reihe nach.

 

Am späten Freitag nachmittag habe ich nach Erreichen meines Tagesziels, in Samut Prakan die Gelegenheit genutzt, die Mueang Boran (auch: Ancient City, Alte Stadt) zu besuchen.

 

 

Dabei handelt es sich um ein kunstvoll angelegtes Freilichtmuseum, eines der größten weltweit; es zeigt auf einer Fläche, die in etwa den Umrissen des Staatsgebiets von Thailand nachgebildet ist, Objekte teilweise in Originalgröße, teilweise als Miniaturausgabe von geschichtlicher Bedeutung (z.B. die 1767 zerstörte Audienzhalle Sanphet Prasat im Wang Luang, dem alten Königspalast des Königreichs Ayutthaya). (Quelle: Wikipedia).

 

 

Interessanterweise wird dieses tolle Fleckchen Erde bisher noch von den Touristenhorden verschont. Genau das Richtige also für den "lone wolf" schwäbischer Abstammung. Außerdem ist mit dem Rimkhobfa Urban Resort auch noch ein richtig tolles Hotel in das Gelände integriert. Alles in allem eine herrliche Oase der Ruhe, die ich mir nach einem lärmvollen Tag auf dem Highway Richtung Bangkok gönne.

 

 

Abends erfahre ich dann vom Besitzer des Museums, daß manchmal keine 1.000 Besucher am Tag in das Museum kommen. So sind sie halt, meine Lieblinge, die Schafe...

 

Interessant ist auch sein Leben: er war leitender Polizist, seine Familie war Generalimporteur für Mercedes-Benz in Thailand, mit 20.000 verkauften Fahrzeugen jährlich und er hat mal für seine Mercedeskunden ein Konzert veranstaltet, bei dem er André Rieu für einen Abend eine Million Euro bezahlt hat. 

 

Der Mann hatte echt was zu erzählen, war schon in Stuttgart auf Einladung von Daimler und konnte ein paar Worte richtig gut deutsch sprechen.

 

Da die Küche im Hotel gerade renoviert wurde, hat er mich und einen Fotografen an seinen Tisch zum Essen eingeladen. Davor war mir nur ein Fertigreisgericht serviert worden. Als seine Gäste kamen wir in den Genuss von ein paar leckeren Thaigerichten mit noch mehr Reis und Obst.

 

Die große Herausforderung gestern hieß für mich, einen Übergang über den Chao Phraya River zu finden. Und das möglichst weit südlich, so daß ich nicht zu sehr nach Bangkok reinkurbeln mußte. Beim ersten Versuch, eine Autobahnbrücke zu nutzen, wurde ich nach meiner Auffahrt auf die Riesenrampe an der Mautstelle wieder nach "unten" geschickt. Ist eine wahnwitzige Geschichte, alleine auf dem Fahrrad all den schweren Lastwagen, auf der rechten Spur abwärts, entgegen zu fahren.

 

Augen auf und durch!

 

Beim zweiten Versuch war ich dann erfolgreich. Eine Fähre brachte mich für umgerechnet 15 Cent ans linke Flußufer.

 

 

Alles schien gut, bis mir mal wieder mehrere Autofahrer nicht den geringsten Platz auf der Straße gönnten. Die Gegenmaßnahme war denkbar einfach.

 

Ich fuhr in der Mitte der einzigen Fahrbahn und holte mir den Platz, der mir zustand. Das wiederum störte einen Thai, der zuerst hupte und mich dann mit nur wenigen Zentimeter Abstand überholte und anschließend schnitt.

An der nächsten Ampel konnte ich ihn dann "zur Rede stellen", aber er fühlte sich noch im Recht. Es ist immer wieder erschreckend zu erleben, wie Autofahrer aus purer Egozentrik das Leben von uns Radfahrern aufs Spiel setzen. Es gibt keinen Grund auf der Welt uns so in Gefahr zu bringen.

 

 

Doch auch dieses Erlebnis hat was für sich. Durch die Verfolgungsjagd bin ich wachgerüttelt und schaffe an diesem Tag mehr als 100 km.

 

Ein außergewöhnlicher Ort mit einem der schönsten schwimmenden Märkte und ein tolles Ressort lassen mich die Anstrengungen der letzten Tage schnell vergessen.

 

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