Good bye Cambodia !

Spät, aber nicht zu spät, nämlich um 12 Uhr gestern, habe ich die vorletzte Etappe Richtung kambodschanisch-thailändische Grenze in Angriff genommen. Fünf Stunden später hatte ich die 80 km erfolgreich hinter mich gebracht und Pailin erreicht.

 

Lange galt Pailin als ein „geheimnisumwitterter“ Ort in West-Kambodscha: zwischen 1979 und 1997 diente die Region um Pailin als Rückzugsgebiet führender Rote Khmer-Funktionäre (Ieng Sary, Nuon Chea), die mit ihren Guerilla-Truppen gegen die Regierung in Phnom Penh kämpften.

(Quelle: Wikipedia).

 

Immer wieder hatte man mich vor den noch im Boden versteckten Minen gewarnt. Campen war also nicht unbedingt eine Option.

 

Lange vor Pailin sehe ich bereits ein Werbebanner eines Hotels, das ich auch problemlos finde. Ein wirklich tolles Hotelzimmer für 13,50 €.

 

 

Da ich morgens nur eine Art Hot Dog und eine halbe, kleine Wassermelone gegessen hatte, nehme ich nur meinen Zimmerschlüssel und gehe auf die Suche nach einem Restaurant. Nachdem ich die halbe Stadt aberadelt bin, werde ich fündig.

 

Essen aussuchen in Cambodia ist ein bißchen wie früher bei Muttern in der Küche. Die richtigen kambodschanischen Lokale haben keine Speisekarten. Topfgucken ist angesagt. Präsentativ stehen vor dem Lokal mehr oder weniger Töpfe. Um herauszufinden, was in den Töpfen drin ist, hebt man den Deckel, schaut rein und fragt, wenn man der Sprache mächtig ist. So ein Essen kostet so um die 1,30 €.

 

In meinem Fall gibt es Reis mit irgendeinem Gemüse und irgendeiner Fleischsorte. Auf Grund der Farbe und Konsistenz nehme ich an es war Hühnchen.

 

Gestern morgen hieß also Abschied nehmen, von Battambang, dem kleinen Städtchen, das mir nicht nur wegen der geringen Anzahl an Touristen sehr gut gefallen hat.

 

Da war Patrice, der Barbesitzer, der sich selbst als französicher Gypsy (engl. für „Zigeuner“) vorstellte und mich zu einem Drink einlud, als er hörte, daß ich aus Deutschland komme. Schnell hatte er gedanklich eine Brücke zur legendären Rockband SCORPIONS gebaut und so wunderte ich mich nicht, daß er seinen hausgemachten Rum mit ebensolchen angesetzt hatte.

 

Dann ist da plötzlich dieser Kambodschaner.

 

Tagelang verfolgt er mich mehr oder weniger.

 

Jedesmal wenn er mich dann in einem der Restaurants beim Arbeiten oder Essen entdeckt, geht ein unglaubliches Strahlen von seinem Gesicht und seinen Augen aus.

 

Wir können uns nicht mit Worten unterhalten, doch unsere
Herzen und unsere Seelen verstehen sich. Er freut sich so unglaublich, wenn er mich wiederentdeckt hat. Mehrmals versuche ich vergeblich ihn zum Essen einzuladen. Jedes Mal lehnt er ab.

 

Als ich ihm einen meiner Aufkleber schenke und ihn anschließend um ein Foto bitte, willigt er sofort ein. Als er anschließend sein Foto auf meinem Bildschirm sieht, freut er sich wie ein kleines Kind. Er scheint der glücklichste Mensch der Welt zu sein, obwohl er wahrscheinlich sehr arm ist.

 

Von was soll er auch leben? Ihm fehlt ein Bein...

 

 

Zeit duschen zu gehen.

Noch 19 km bis zur Grenze.

 

750 km radeln und eine Bootsfahrt über den Tonle Sap in Cambodia liegen dann hinter mir.

 

 

Wie letztes Jahr in Myanmar kann ich schreiben, ja, ich will wiederkommen.

 

Dieses Land und seine Menschen sind was Besonderes.

 

Li hai!

 

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