Die letzten Tage...

 

...ist so einiges passiert. Kurz bevor ich Siem Reap verlassen habe, machte eine Reinigungskraft in einem Guesthouse eine grauenvolle Entdeckung. Am Dienstag habe ich ein paar sehr interessante Bekanntschaften auf meinem Weg nach Battambang gemacht und ich habe Dinge gegessen, von denen ich vorher nur gehört hatte. Aber lest selbst...

 

Samstag nachmittag, wir sitzen gerade in einem wunderschönen Gartencafe, erzählt mir Nicole noch wie freizügig und offen das Fernsehen und die Medien über Mord und Totschlag in Kambodia berichten würden.

 

Abends kursieren dann plötzlich im Internet Bilder von einem grauenvollen Leichenfund, keine 400 Meter von der Bar entfernt, in der wir uns zu diesem Zeitpunkt befinden.

 

Beim Reinigen eines Zimmers hatte die Reinigungskraft eine enthauptete Frauenleiche unter dem Bett gefunden. Der Täter - ein 40-jähriger Kambodschaner - wurde am Tag darauf, hinter seinem Haus, just in dem Moment verhaftet, als er dabei war den Schädel der jungen Frau zu verbrennen.

 

Alle Datails sind, wie üblich in Cambodia, im Netz offen zugänglich und einsichtbar.

 

Nichts für schwache Nerven.

 

Dienstag morgen geht es dann endlich wieder zurück auf die Straße. Vierzehn Tage Siem Reap liegen hinter mir, inklusive reichhaltigem Essen und viel Schlaf. Und genauso fühle ich mich. Topfit, wenngleich auch mit ein paar Kilo zuviel an Gewicht. Es macht wieder Spaß und mit mehr als 20 Stundenkilometer im Schnitt bringe ich die ersten Kilometer gerade hinter mich, als ich auf der Gegenseite ein Radlerpärchen entdecke. Wir grüßen uns im Vorbeifahren, doch dann bremsen wir alle Drei und treffen uns auf meiner Straßenseite. Die beiden Radler sind aus Mar del Plata (Argentinien), haben zunächst Lateinamerika beradelt, sind dann nach Bangkok geflogen, um jetzt von Südostasien aus über China nach Europa zu kommen. Als ich die umfangreiche Ausrüstung an ihren Rädern begutachte, wird mir sofort klar, das sind Weltumradler. Eines Tages in nicht allzu ferner Zukunft...;-)

 

Am Nachmittag wird der amerikanische Photograph Scott Sharick auf mich aufmerksam, als er gerade, unterwegs mit seinem Motorroller, auf der Gegenseite eine Pause macht. Da er selbst vor Jahren die USA mit dem Fahrrad von Ost nach West durchquert hat, wird er beim Anblick eines Radlers wie mir,  immer wieder an diese Zeit erinnert, wie er mir einen Tag später beim Frühstück erzählt. Zu Greg hatte ich vor drei Wochen noch gesagt, ich hätte gerne ein Foto von mir, unterwegs auf der Straße.

 

Beide hatten wir es aber wieder vergessen.

 

Nun wird mir auch dieser Wunsch ohne großes Zutun erfüllt. Wir werden Freunde und während unsere mehrstündigen Frühstücksgespräche stellen wir oftmals detailgenaue Übereinstimmungen in unserer beider Leben fest. Allein für solche Begegnungen lohnt es sich, zu unbekannten Ufern aufzubrechen.

 

Einige seiner Bilder hat er mir netterweise zur Verfügung gestellt.

 

Wer viel radelt, verbraucht viel Kalorien. Wer viel Kalorien verbraucht, sollte reichlich essen. Das das einer meiner Schwachpunkte beim radeln ist, weiß nicht nur ich. Auch ihr erinnert Euch vielleicht noch an meine letzte Tour, als ich auf dem Weg nach Bangkok, vormittags aus Schwäche abbrechen mußte und auf dem Weg zur Toilette für ein paar Sekunden ohnmächtig wurde.

 

An diesem Morgen fallen mir typisch südostasiatische Essenstände am Straßenrand auf, an denen gekürzte Bambusstangen angeboten werden. Greg hatte mir davon erzählt. Jetzt möchte ich selbst ausprobieren wie das "Innenleben" schmeckt...;-)

 

 

Das abgesägte Bambusrohr ist mit ein paar zusammen geknüllten Blättern verschlossen. Entfernt man diese Blätter, wird der Klebreis mit einer Art Rosinen sichtbar.

 

Und dann kommt mein Lieblings-Kult-Ausrüstungsgegenstand zum Einsatz.

 

Ich liebe es, in einem Restaurant meinen Geldbeutel zu öffnen und mein Besteck aus dem Kreditkartenfach zu holen.

 

 

Justin, den ich in Nepal kennengelernt und in Bangkok wiedergetroffen hatte, hatte mir von einem Brauch unter Reisenden erzählt.

 

Hat man das Gefühl, wirklich einen Freund gefunden zu haben, dann kann man ihm seinen wertvollstesn Ausrüstungsgegenstand, sein Messer schenken.

Dieses Messer wandert dann von Traveller zu Traveller und vielleicht hält man es eines Tages selbst wieder in der Hand.

 

 

Justin war von meinem Kreditkartenbesteck so begeistert, daß ich es ihm zum Abschied in Kathmandu geschenkt habe, mit den Worten "we will meet again in this life".

 

Zuerst wollte er es nicht annehmen, wohl wissend, wie sehr ich selbst dieses kleine Ding "liebe". Doch dann hat er es, über das ganze Gesicht strahlend, eingesteckt.

 

Anfang Januar, in Bangkok, hat er es mir dann zurückgegeben. Was habe ich mich gefreut.

 

 

Das Minibesteck gibt´s übrigens bei Simbatec zu kaufen...

 

 

Kurz bevor ich Battambang erreiche, wird meine Aufmerksamkeit nochmals auf die Essenstände am Straßenrand gelenkt. Ich drossle meine Geschwindigkeit, drehe um, schaue mir das alles genau an, ohne eine konkrete Idee davon zu bekommen, um was für Tiere es sich bei diesen gehäuteten und gegrillten Kreaturen handelt.

 

Eins steht jedenfalls schnell für mich fest: das muß ich nicht gegessen haben.

 

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