Die letzten 3 Tage

Am Dienstag morgen starte ich wieder recht früh in Natai Beach. Durch das viele hin- und herradeln nach Phuket und zurück, kommt mir die Gegend hier schon sehr vertraut vor. Trotzdem genieße ich die Ruhe und die Abgeschiedenheit dieser herrlichen Nebenstrecke.


Schnell erreiche ich Thai Muaeng, doch der Taxifahrer, mit dem ich mich noch vor 10 Tagen unterhalten hatte, erkennt mich auf Zuruf nicht mehr. Man lernt jeden Tag dazu. Entspannt rolle ich weiter und werde einmal mehr Zeuge des Phänomens, daß es zurück irgendwie immer schneller zu gehen scheint.


Kurz vor Khao Lak Bang Niang zahle ich diesmal auch die 200 Baht um das Aussichtsrestaurant besuchen zu dürfen, von dem aus das obige Foto entstand und von dem aus der Tsunami 2004 sehr eindrucksvoll und ungefährlich zu boebachten war. Ich rolle direkt ins Lokal, was dort auf etwas Unwillen stößt. Aber nun bin ich eben ein gebranntes Kind und übervorsichtig. Wir einigen uns. Die beiden mir verbliebenen Packtaschen bleiben bei mir. Das Rad schließe ich an eine Leitplanke vor dem Lokal an.


In Bang Niang mache ich noch einen Abstecher zu Tom Moessle. Doch in seinem Restaurant wird er erst gegen Abend zurück erwartet. Also weiter nach Bang Sak Beach, wo ich freudig von Pim und ihrer Crew begrüßt werde. Ihre Köchin, die mich anscheinend sehr mag (keine Angst, sie ist glücklich verheiratet), hatte gerade an mich gedacht, als ich um die Ecke bog. Wer braucht bitte Mobiltelefone, wenn Telepathie funktioniert...


Für Aborigines z. B. ist telepathische Verständigung eine Selbstverständlichkeit. Wie normal ist also eine menschliche Gemeinschaft, die eher zum Handy als zur offensichtlich menschen-möglichen Telepathie greift, um miteinander zu kommunizieren?

 

Aus: die Flanagan-Forschung

 

Das Erste, was ich zu hören bekomme, ist die Nachricht vom Tode des Weltumradlers Juan Francisco Guillermo.

 

Sofort beginne ich zu recherchieren. Danach ist der Tag für mich gelaufen.


Ich bin stinkesauer, wenn ich lese, daß so ein Pickup-Fahrer Juan Francisco und seine Frau "übersehen" hat. Da kriege ich das kalte Kotzen.


Genug davon. Anderes Thema.

 

Gestern war dann zunächst ausschlafen angesagt. Zum Frühstück überraschte mich Pim mit süßen, halbierten Reisbällchen. Leckere Geschichte. Dazu zwei Tassen echten italienischen Kaffee.

 

Anschließend war für mich arbeiten angesagt. Zum einen für meine Mountainbike-Schule und zum anderen habe ich Pim ein paar Basisdinge im Umgang mit ihrem iMac und mit Facebook vermittelt. Als Belohnung wurde ich anschließend mit Essen überhäuft.

 

Das Ganze fing mit drei Schüsseln an und in der Endausprägung bot sich dann das Bild links. Einzeln benennen kann ich noch: Reis, Papayasalat, spicy Fischcurry (die Schale mit dem dunklen Inhalt), kalter, gegrillter Fisch, Rührei und Gemüse. Zum entschärfen des Papayasalat wurde wie üblich Kraut und Bohnen (beides roh) gereicht. Lecker, wenn man´s mag ;-). Abends habe ich mir einen Riesenteller Spaghetti aglio olio gewünscht und bekommen. Kohlehydratespeicher auffüllen.

 

Der heutige Morgen begann erneut sehr lecker. Pim hatte mir ihr "special omelette" zu bereitet. Ein Kante fehlt bereits. Die wanderte zu Testzwecken in ihren eigenen Magen. Die kleinen fettgebackenen Teile (änlich wie in Myanmar, nur kleiner) habe ich alle vertilgt. Vier superdünne Pfannkuchen, eingepackt mit jeweils einem Pflanzenblatt und Klebreis, ebenfalls in ein zu einer kleinen Pyramide geformten Blatt, wanderten anschließend in meine Packtasche und wurden vorher zum Abendessen verzehrt.

Anschließend hieß es erneut Abschied nehmen. Zuerst von Pim und 30 Minuten später von Su und ihrem deutschen Mann, mit denen ich noch fast eine Stunde gequatscht habe. Dabei erzählte er mir, daß man, um einen Führerschein in Thailand zu bekommen, 150 m geradeaus fahren muß, einmal einparken und 150 Baht bezahlen. Ein gewichtiger Grund dafür, daß Thailands Straßen zu den gefährlichsten weltweit zählen.

Obwohl ich mich heute nicht ganz fit fühle, irgendwie habe ich ein Kratzen im Hals, schaffe ich es mein Tagesziel Khura Buri nach 65 km zu erreichen. Und das obwohl ich um 12 Uhr erst 6 km auf der Nadel hatte. Hinter Takua Pa wurde es auf der Straße merklich ruhiger. Die ersten Kilometer war ich gedanklich schon noch stark mit der Gefahr eines Abschusses beschäftigt.

Alles in allem war es heute aber ein ruhiger und entspannter Ritt. Keine großen Höhepunkte, aber viel grüner Dschungel um mich rum. Daher habe ich auch gleich die erste Gelegenheit genutzt ein Zimmer zu beziehen. Bei dem preislichen Angebot einfach zu verlockend. Vor drei Tagen habe ich unter anderem auch Halstabletten von Haaf´s bekommen. Da dachte ich noch, die brauche in nicht. Jetzt sehe ich das anders. Vielleicht hätte ich doch nicht von Pim´s Eiskaffe trinken sollen? Ich lerne anscheinend nur sehr langsam in manchen Dingen.

Hinter mir im Shop, vor dem ich sitze und diesen Beitrag schreibe, krakeelt wieder so ein Thaikind, das glaube ich vor dem Fernseher lebt. Zumindest steht das Bett davor. Auch das muß ich nicht verstehen.

 

Erinnert mich aber immer an Myanmar. Da habe ich in vier Wochen nur ein Kind quengeln hören.

Sodele, jetztetle...werde ich noch ein rotes Halsbonbole lutschen und morgen gehen wir die etwas mehr als 110 km nach Ranong an. Die häßliche Hafenstadt, in der es überall nach Fisch stinkt... Dem Tor nach Kho Phayam.

 

Nach Bangkok sind es heute abend noch 716 km. Ob sich da bis morgen was ändert? Eher nicht. Guats Nächtle...

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Kommentare: 1
  • #1

    Jacqueline Jane Bartels (Donnerstag, 26 Februar 2015 13:13)

    Super schöner Beitrag, Dirk. Aber wieviel sind 200 Bath in Euro? So etwas würde ich in Klammern immer mit erwähnen, damit so dumme Menschen wie ich eine Vorstellung haben. Und bitte ja: Wo ist das geniale Rezept für die Reisbällchen. Mir läuft das Wasser im Mund zusammen. Vermutlich mit Zimt und Zucker veredelt? Ich lese Dich gern.

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