Was mache ich eigentlich ?

Der eine oder andere wird sich das vielleicht daheim schon gefragt haben.

Eine Schwedin stellte mir heute abend in meinem Ressort die Frage "so you are on a cycling holiday?" - "No, its a a part of my actual life" war meine Antwort.

Für mich ist das eine Berufung, wenn auch heute recht früh zu meiner Belustigung an der Straße ein Schild auftauchte, in welcher Richtung ich "THE JOB" finden könnte. Blöd ist nur, daß ich gar keinen Job mehr suche. Wenn es auch manchmal hart ist. Wie im richtigen Leben halt. Kurz zuvor hatten mich wieder zwei Hunde verfolgt. Als mein Stein keine Wirkung zeigte, kam mir der Hundebesitzer selbst Steine werfend zur Hilfe.

Alles besser, als das, was sich heute morgen bereits in meinem Sichtfeld abspielte. Der Typ kam schon mit verbissen wichtiger Miene ins Café. Und als ich mein Packpferd beladen habe, steht er an der Rezeption, als sei das Mädel Luft und führt schon seine ersten "wichtigen" Gespräche.

Always on. Zeit ist Geld. Nicht für mich. Ich bin jetzt almost off.

Harry Traindis hat festgestellt, daß individualistische Kulturen im Vergleich zu kollektivistischen mehr Wert auf Leistung als auf Zusammengehörigkeit legen. Diese Konzentration auf die Leistung führt normalerweise zu einer Zeit-ist-Geld-Einstellung, die wiederum in den Zwang mündet, jeden Augenblick irgendwie zu nutzen.

In Kulturen, in denen soziale Beziehungen Vorrang haben, findet sich auch eine entspanntere Haltung der Zeit gegenüber. Genau mein Ding.

Denn Zeit ist mein unbezahlbares Luxusgut. Statt mit dem SmartPhone am Ohr durch den Tag zu irren, finde ich es viel schöner, immer auf der Suche nach den nächsten scharfen Kurven zu sein. Heute mal wieder mit großem Erfolg! Wie eigentlich der ganze Tag erfolgreich war. Schön ausgeschlafen, zwei "hot coffee" zum Frühstück und dann gemütlich kurz nach 9 Uhr in den Highway eingebogen.

Die Landschaft wurde zunehmend ansehnlicher, es ging rauf und runter und ich machte echt gut Strecke. Gegen Mittag erinnerte mich die Landschaft sehr stark an den Abschnitt hinterm Brenner, wo es nach Sterzing langsam runter Richtung Bozen geht und es wärmer wird. Rechts und links die steilen, stark mit Wald bewachsenen Hänge. Und dann war ich auch schon in Baan Ta Khun. Dort habe ich mich neu orientiert und die letzten 12 km Richtung Rajjaprabha-Damm in Angriff genommen.

Um es vorwegzunehmen. Eigentlich wollte ich im National Park in einem der zahlreichen Ressorts übernachten. Aus diesem Grunde bin ich auch ziemlich im Park rumgegurkt. Gefunden haben ich nichts. Das war eine Mischung aus Killesberg in ganz, ganz groß und Ressorts mit dem Charme von NVA-Baracken in der ehemaligen DDR (Ost! Ost! Ost-Deutschland!)

Die wenigsten Wessis kennen es und es ist so schööööön!. Vor allem Brandenburg und MeckPom! Paddeln auf der Müritz - ein Genuss!

Zurück nach Thailand. Den Stausee habe ich dann auch erst vom "View Point" aus das erste Mal gesehen. Der hat natürlich Potential für morgen. Dazu werde ich aber nochmal 40 oder 50 km radeln, denn hier bin ich als westlicher Mensch so ziemlich allein auf weiter Flur. Nur in meinem Ressort, nun außerhalb und 200 Baht billiger, ergo 600, sind zwei Golf spielende, schwedische Rentner-Ehepaare. Allein ein Boot zu chartern ist aber zu teuer (60 Euronen für 5 Stunden). Aber die Fahrt über den See muß schon der Knaller sein. Vor allem morgens. Schaun mer mal, würde der Teamchef sagen.

 

P.S. Das Leben ist eines der schönsten ;-)

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