Thwà-mae-naw Burma !

Gegen 6 Uhr heute morgen habe ich zum letzten Mal mein Zelt abgebaut. Als ich 2 Stunden später Myeik erreiche, ist es überhaupt nicht klar, wie es weitergeht. Es sind noch fast 500 km bis zum südlichsten Punkt Burmas. Die Straße als Radler und mit dem Bus zu befahren, ist wegen der Gefährlichkeit (Überfälle) der Strecke  verboten, die Flugzeuge sind zu klein um mein Bike mitzunehmen und Speedboote fahren anscheinend derzeit nicht. Mein MacBook hängt auch seit drei Tagen und lässt sich nicht hochfahren.

Einige Zeit später ist alles geklärt. Morgen früh um 07:30 Uhr legt ein Speedboot mit mir und meinem Reiserad Richtung Kawthaung ab. Meine Reiserad wurde kostenlos von ein paar Jungs aus einem Mopedshop auf Hochglanz poliert und meinem Mac konnte ich auch wieder auf die Sprünge helfen. Alles bene.

Die letzten drei Tage haben mir noch einmal alles abverlangt, doch die Erlebnisse da draußen im burmesischen Dschungel waren so gigantisch, daß ich froh bin, mich für diese letzte Etappe entschieden zu haben. Zwei Tage Regen, morgens ein nasses Zelt, Schlaglöcher so groß wie Waschbecken, frischer grober Schotter, gute 100 km Schlamm- Geröll oder Sandpiste.

Dafür durfte ich mit Zustimmung von ein paar Schülern und ihrem Englischlehrer in ihrem Klassenzimmer "zelten". Als ich irgendwo im Nirgendwo mal wieder ausgehungert in einer Dorfgarküche gegessen habe, wurde mir Kommentarlos ein Energiedrink dazugestellt und als es ans Zahlen ging, wurde ich eingeladen. Ein Mopedfahrer geleitete mich an eine wichtige Kreuzung, lud mich auf eine Cola ein und erklärte mir meine Möglichkeiten. Ich wählte den kürzeren Weg nach Myeik, der mich 50 Cent für eine Fähre kostete und über eine Route führte, die wohl noch nicht viele Radler vor mir gefahren sind.




Wenn ich morgen, pünktlich mit Ablauf meines Visums, dieses fantastische Land mit seinen unglaublichen Menschen auf dem Seeweg verlasse, werde ich mit Sicherheit feuchte Äuglein bekommen.


Die Burmesen, ihre Fähigkeiten, ihre Demut, ihre Ruhe, ihre Armut, ihre Geschicklichkeit, ihre Unbeschwertheit, ihr Lachen, ihre Lebensfreude, ihre Schönheit, ihre Kinderliebe, ihre menschliche Wärme und ihre Gastfreundschaft haben mein Herz zutiefst berührt.


Die rote Erde, die Pagoden, der Dschungel und die alten Kolonialbauten, die Stimmung, als ich abends im Dunkeln durch die Nebenstraßen von Dawei fuhr und in die einfachen und doch so schönen Kerzenbeleuchteten Häuser schauen konnte, in denen sich nichts befand außer einem Altar und ein paar Bildern an der Wand. Die Gluthitze und der warme Regen.


Nie werde ich das vergessen.




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