Kennt Ihr das ?

Ihr wacht morgens auf und habt direkt das blöde Gefühl "das wird nicht mein Tag". Genau so erging es mir heute morgen. Oder war es das eine Bier gestern abend? Wirklich nur eins! Wie auch immer. Bin jedenfalls erst kurz nach 8 Uhr los, wie so oft ohne Frühstück. Lief trotzdem ganz gut. Nach dem Blick auf die Karte war ich gestern schon ein mächtiges Stück vorwärts gekommen und habe mir deswegen heute keinen gorßen Druck gemacht. Lockeres Ziel: die 52 Km bis Kamphaeng Phet bis zum Mittag zu schaffen. Hat auch geklappt. Das Interessanteste dabei war eine Ansiedlung kurz vorher mit sehr vielen Verkaufsständen. Da habe ich zwei Tüten selbstgebaselte Snacks gekauft, natürlich nachdem ich sie vorher probiert hatte. Das eine schmeckte wie Kartoffelsticks und sah auch so aus, das andere wie getrocknete Bananenscheibchen. Ich habe mir das auf meinen Touren angewöhnt immer was neues auszuprobieren und damit im Zweifelsfall abends im Zelt oder auf dem Hotelbett noch was zum naschen dabei zu haben. Gibt aber auch immer eine gute Notration ab, wenn sonst nichts verfügbar ist oder das nächste Dorf doch erst in 50 oder 100 km kommt. Und obendrauf schenkt mir die Thai-Mama noch einen Bund Minibananen.

 

Stellt Euch das mal vor: ein fremdländisch aussehender Mensch bekommt bei Euch in der Stadt oder auf dem Dorf vom Ladenbesitzer was geschenkt, obwohl er das erste und wahrscheinlich letzte Mal da sein wird...


Das sind die Dinge, warum ich gerne im Ausland unterwegs bin. Die menschliche Wärme, die Gastfreundschaft, die Menschlichkeit, die Herzlichkeit, die man dabei viel häufiger spürt als in Deutschland.


Es sind diese einfachen, täglichen Dinge wie Jemandem den Vortritt zu lassen. Ihr solltet mal sehen, was man da für Reaktionen hier bekommt. Balsam für Herz und Seele. Daheim habe ich oft das Gefühl, sich nicht zu bedanken oder nicht zurück zu grüßen wird von denen, die so agieren, als Zeichen der Stärke gewertet. Wie armselig.


Hier überschlagen sich die Menschen fast vor Anerkennung und Dankbarkeit. Wobei für mich subjektiv eine klare Tendenz erkennbar ist: je mehr man aufs Land kommt und je ärmer die Menschen, umso mehr Lächeln bekommst Du. Besitz belastet anscheinend...


In Kamphaeng Phet angekommen, habe ich mir den Historical Park angeschaut, endlich was gegessen und dann eine Bleibe gesucht. Und wo lande ich letztendlich? In einer Puppenstube von einem Pub. Völlig unüblicher Style für Thailand. Eher Europa. Aber die Zeit muss stehen geblieben sein. Und wie soll es anders sein? Menschen, die mir sofort ans Herz wachsen, empfehlen mir das richtige Hotel und ich entscheide spontan: hier werde ich heute abend essen. Jetzt sitze ich in meinem eigenen Wohnzimmer, arbeite und werde in Ruhe gelassen. Diese Akzeptanz, dieser Frieden, den Du hier einfach bekommst. Umwerfend! Und dazu Musik auf thai wie von Ulrich Tukur...



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Kommentare: 4
  • #1

    philipp (Sonntag, 14 Dezember 2014 00:26)

    ..für das wird nicht dein Tag.....wars doch nicht so schlimm wie gefühlt. Ich denk an dich. Take care.

  • #2

    jametta (Sonntag, 14 Dezember 2014 05:47)

    Das Bild mit Dir ist Klasse. Du im Museum, nicht Wohnzimmer ;-)).

  • #3

    Dirk Blume (Montag, 15 Dezember 2014 00:54)

    @Philipp: schön zu wissen ;-) - Pass auf Dich auf!

  • #4

    Dirk Blume (Montag, 15 Dezember 2014 00:56)

    @Jametta: Ich kann mir schon vorstellen, wie Du das meinst ;-)

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