Annapurna by bicycle - 9. Manang - Yak Kharka

November 7,2017

From now on, the daily distances will be significantly shorter. Only the altitude difference counts at the end of the day. Not too fast too high is the only thing that matters. At least if you don't want to be flown out by helicopter.
Sick or dead of Altitude Mountain Sickness.

That happens faster than you think.


Again and again I hear the crackling of the rotors above me. That the human being possesses something like intelligence is no secret even up here. The only thing is that he seems to use them only very restrictively.

Otherwise, the world wouldn't look the way it looks. The only thing that seems to count is speed, time and money. And time is money. They tell us again and again and again. Till the bitter end.

What a load of capitalsm bullshit.

 

Fortunately, another law applies here in the mountains. Whoever is too fast dies. End of site.

 

 

Ab sofort werden die Tagesdistanzen deutlich kürzer. Nur die Höhenmeter zählen am Ende des Tages. Nicht zu schnell zu hoch ist das Einzige was von Bedeutung ist. Zumindest wenn man nicht mit dem Helikopter ausgeflogen werden will.

 

An Altitude Mountain Sickness erkrankt oder tot.

 

Das geht schneller, als man denkt.

 

Immer wieder höre ich das Geknatter der Rotoren über mir. Dass der Mensch über so etwas wie Intelligenz verfügt, ist auch hier oben kein Geheimnis. Blöd ist nur, dass er diese anscheinend nur sehr restriktiv nutzt.

 

Sonst sähe die Welt wohl nicht so aus, wie sie aussieht. Das Einzige was zu zählen scheint, ist Geschwindigkeit, Zeit und Geld. Und Zeit ist Geld. Erzählt man uns. Immer und immer wieder. Bis zum bitteren Ende.

 

Was für ein kapitalistischer Schwachsinn.

 

Zum Glück gilt hier in den Bergen ein anderes Gesetz. Wer zu schnell ist, stirbt. Ende Gelände.

 

Behind me in the morning mist lies Manang, in front of me the first ascent. The air has become noticeably thinner, the last days. Breathing is getting harder and harder, the steps are getting less and the breaks are increasing.

A jewelry stand appears on the left. It's a great occasion for me to stand still. For the nice Nepalese, I am the first customer this morning, she tells me and the first customer is the most important. With so much salesmanly charm I want to contribute my little mite to the happiness of the family. At the end two neck palettes change hands for about 4 €.

 

Hinter mir im Morgendunst liegt Manang, vor mir der erste Anstieg. Die Luft ist merklich dünner geworden, die letzten Tage. Das Atmen fällt immer schwerer, die Schritte werden weniger und die Pausen häufen sich.

 

Ein Schmuckstand taucht links auf. Für mich ein prima Anlass stehen zu bleiben. Für die nette Nepalesin bin ich der erste Kunde heute morgen, erzählt sie mir und der erste Kunde sei der Wichtigste. Bei so viel verkäuferischem Charme will ich natürlich gerne mein Scherflein zum Glück der Familie beitragen. Am Ende wechseln zwei Halsamulette für umgerechnet 4 € den Besitzer.

 


The morning is exhausting, but it's a lot of fun to be up here in this breathtaking scenery. Memories of Upper Mustang come up, because around me the brown tones in this kind of high dessert dominate more and more.

Two women are sitting in front of a tea cottage.

I like the subject, so I ask the two of them if I can take pictures. The counter-question follows:"wanna have tea?" I like that and so I take a seat in front of the hut in the sun. Two hard-boiled eggs and one milk tea later we laughed a lot together, know how old we are and everyone is happy. It's relatively easy not to be a tourist asshole.

Yes, I must make that quite clear. Because just as many people of western origin perform in the world, that is simply disgusting. And most of them don't even realize how racist and arrogant they are out there.

If a tea at 5,000 meters above sea level costs $1.50, then one start the bargaining. Among travelers, this is later called "i was ripped off". Is clear. Until the next Starbuck visit to the homeland. You then pay $3 for the hot drink of your choice without batting an eyelid. Notice it right in the middle of the big city.

You help the rich to get richer and insult and despise the poor of this world.

 

 

Der Morgen ist anstrengend, aber es macht unheimlich Spaß hier oben in dieser atemberaubenden Landschaft unterwegs zu sein. Erinnerungen an Upper Mustang kommen auf, denn um mich herum dominieren mehr und mehr die Brauntöne in dieser Art Hochsteppe.

 

Zwei Frauen sitzen vor einer Teehütte.

 

Das Motiv ist klasse, also frage ich die Beiden, ob ich sie fotografieren darf. Die Gegenfrage folgt auf den Fuß: "wanna have tea?". "no tea - no photo".

Das gefällt mir und so nehme ich vor der Hütte in der Sonne Platz. Zwei hart gekochte Eier und einen Milchtee später haben wir viel zusammen gelacht, wissen voneinander wie alt wir sind und alle sind glücklich. Es ist relativ einfach, kein Touristenarschloch zu sein.

 

Jawohl, das muß ich mal ganz deutlich sagen. Denn so wie sich viele Menschen westlicher Herkunft in der Welt aufführen, das ist schlicht und einfach unter aller Sau. Und die meisten merken gar nicht, wie rassistisch und überheblich sie da draußen unterwegs sind.

 

Wenn dann ein Tee auf 5.000 Metern über dem Meeresspiegel 1.50 $ kostet, dann fängt man das Feilschen an. Unter Travellern heißt das später "i was ripped off". Is klar. Bis zum nächsten Starbucksbesuch in der Heimat. Da zahlt man dann ohne mit der Wimper zu zucken gerne seine 3 $ für das Heißgetränk seiner Wahl. Wohl gemerkt mitten in der Großstadt.

 

Man hilft den Reichen reicher zu werden und beschimpft und verachtet dafür die Armen dieser Welt.

 


Back on the trail the fun continues. Pure flow madness. A rider comes towards me, I turn around several hikers and chase a galloping horse. The fun only ends shortly before a suspension bridge. Afterwards it goes up a slope again and I have reached Yak Kharka.


In the small hamlet I take another break before I tackle the last meters of altitude. The guesthouse of my choice is situated a little bit off the beaten track and is characterised by its quiet and sunny location, which I enjoy in the afternoon in the sun.


Spontaneously I decide to have another day of rest up here in the evening. Why not, coconut - as Nepalese says: -)


The next morning and the view from the breakfast table through the window immediately shows me that this decision is so much the right thing to do. I'll just stay because I can. Because I don't have a schedule. Because I don't have to arrive anywhere and no one is expecting me. And because I'm alone and this decision, made by me, only affects me. Because I have all the time in the world. Right here, right now.

 

Zurück auf dem Trail geht der Spaß weiter. Purer Flow-Wahnsinn. Ein Reiter kommt mir entgegen, ich umkurve mehrere Wanderer und jage ein davon galoppierendes Pferd. Der Spaß endet erst kurz vor einer Hängebrücke. Danach geht es noch einmal einen Hang hoch und schon habe ich Yak Kharka erreicht.

 

In dem kleinen Weiler lege ich eine weitere Pause ein, bevor ich die letzten Höhenmeter in Angriff nehme. Das Guesthouse meiner Wahl liegt etwas abseits und zeichnet sich durch Ruhe und seine sonnige Lage aus, die ich am Nachmittag in der Sonne dösend genieße.

 

Spontan entscheide ich mich daher am Abend einen weiteren Ruhetag hier oben einzulegen. Why not, coconut - wie der Nepalese sagt:-)

 

Der nächste Morgen und der Blick vom Frühstückstisch durchs Fenster zeigt mir sofort, daß diese Entscheidung so etwas von richtig ist. Ich bleibe an Ort und Stelle ganz einfach weil ich es kann. Weil ich keinen Zeitplan habe. Weil ich nirgends ankommen muß und von niemanden erwartet werde. Und weil ich alleine bin und diese Entscheidung, von mir getroffen nur mich betrifft. Weil ich alle Zeit der Welt habe. Hier und jetzt.

 

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