Stellungnahme zu anonymen Kommentar

Da mir weder der Name noch die E-Mail-Adresse des obigen, anonymen Kommentators bekannt ist, wähle ich nun den Weg über meinen eigenen BLOG, um so dem anonymen Kommentator die Möglichkeit zu geben, meine Sicht der Dinge zu erfahren.

 

Gerne nehme die Gelegenheit wahr und kläre hiermit einige eventuell entstandene Mißverständnisse auf, indem ich chronologisch dazu Stellung nehme.

 

Zunächst einmal vielen Dank für Deinen Kommentar.

 

Den Respekt bekommst Du ungeöffnet zurück, vielleicht kannst Du ihn besser gebrauchen, denn ich versuche nur nach meiner Fasson zu leben und glücklich zu sein, wie jeder Andere auch.

 

Auch die Tour ist nicht krass, es sei denn Du bezeichnest acht Stunden Arbeit am Tag als krass. Nichts anderes ist es, wenn man den ganzen Tag im Sattel sitzt.

 

 

Selbstgerecht bedeutet laut Wikipedia:

 

Unter Selbstgerechtigkeit versteht man den Habitus von Personen, die sich gewohnheitsmäßig mit anderen vergleichen und dabei immer wieder zu der Überzeugung gelangen, dass sie selbst die Sitten strenger einhalten als die anderen. Das Verhalten von Menschen, die andere spüren lassen, dass sie sich diesen sittlich und moralisch überlegen fühlen, wird von den Betroffenen meist als anstößig, beleidigend und herabsetzend empfunden.

 

In polemischen Diskursen wird selbstgerechtes Auftreten gelegentlich als „Gutmenschentum“ gegeißelt. Bigotterie und Doppelmoral sind der Selbstgerechtigkeit verwandt, wobei der Bigotte eine Einhaltung der Regeln aber nur von anderen, nicht von sich selbst fordert. Von Hochmut und Arroganz unterscheidet Selbstgerechtigkeit sich durch ihren starken Bezug auf moralische Werte, Regeln und soziale Normen.

 

MEIN KOMMENTAR:

 

Selbstgerechtigkeit liegt mir fern. Ich hoffe auch nicht behauptet zu haben, irgendwelche Sitten strenger eingehalten zu haben, als Andere.

Gerade ich, der doch so auf Sitten Wert legt ;-).

 

Nein, ich schreibe nur über die Dinge, so wie ich sie subjektiv (als unerträglich) empfinde.

 

 

AUSZUG ANONYMER KOMMENTAR:

 

"Mindestens ein Mal im Jahr um den halben Planeten zu fliegen und dann die Eingeborenen wegen ein paar Plastiktüten / Leerlaufminuten eines Motors zu kritisieren, ist nicht das, was den Planeten rettet"

 

 

MEIN KOMMENTAR:

 

  • Tatsächlich habe ich mir schon vor Monaten Gedanken darüber gemacht, das nächste Mal direkt von Stuttgart aus loszuradeln und kein Flugzeug mehr zu benutzen. Bedingt durch Deinen Kommentar, habe ich versucht eine Idee bezüglich meiner persönlichen CO2-Bilanz zu bekommen und habe ein paar Daten zu 2015 erfasst. Mit Hilfe eines CO2-Rechners. Das Ergebnis unterstützt ganz klar Deinen Denkanstoss. Danke dafür!

 

 

  • Leerlaufminuten eines Motors

Mir ging es nur darum, daß ich es subjektiv unerträglich finde, daß ICH noch mehr verschmutzte Luft in unmittelbarer Nähe einatmen muss, nur damit sich (hier: ein Thai - im Allgemeinen: ein Mensch und im Speziellen: ein Polizist als vermeintliches Vorbild) laut der Erklärung des Kommentators SEINE Finger nicht am Lenkrad verbrennt.

 

  • Dabei ist folgendes allgemein anerkannt:

     

    "Von Kraftfahrzeugen gehen Emissionen aus, d.h. Luftverunreinigungen und Geräusche. Diese führen zu schädlichen Immissionen. Sollten Emissionen vermeidbar sein – wie beispielsweise durch den Standbetrieb von Motoren – sind diese Handlungen zu unterlassen"

     

    "...Der Kohlendioxid- (CO2), sowie Methan- und Distickstoffoxidatausstoß sind verantwortlich für die Erderwärmung, den sogenannten Treibhauseffekt. Lokal und regional wirkende Schadstoffemissionen wie Stickstoffoxide, Ozon und Partikel führen u.a. zu Versauerung, Sommersmog sowie gesundheitliche Beeinträchtigungen. Stadtluft kann durch den hohen Anteil an Schadstoffen krank machen und belastet somit Mensch und Umwelt".

 

Ich kritisiere nicht um den Planeten zu retten.

Der muß nicht gerettet werden.

Der schüttelt sich einmal und gut ist.

 

Wie gesagt, ich schreibe nur über meine Wahrnehmungen und Eindrücke und veröffentliche meine subjektive Meinung dazu, wenn ich da draußen unterwegs bin.

 

Wenn es für Dich weiterhin nur ein paar Plastiktüten / Leerlaufminuten sind, dann ist das Deine Wahrheit.

 

Am Ende eines jeden Tages bin ich oft froh, meinen Kindern in zwanzig Jahren nicht erklären zu müssen, warum ich meinen einen Motor hab laufen lassen, warum ich mir keine Gedanken darüber gemacht habe, lieber eine Papiertüte anstatt einer Plastiktüte zu kaufen und warum ich mich nicht gegen den aufkommenden Rassismus gewehrt habe. Oder gegen den Mißbrauch von Macht. Oder gegen die Überwachung, oder gegen TTIP. Oder, oder, oder...

 

Ich habe nämlich keine Kinder. Und mache mir trotzdem meine Gedanken.

Ich versuche zu ändern, was in meiner Macht steht. Dabei versuche ich jeden Tag ein bischen besser zu werden. Weniger zu verbrauchen, weniger zu besitzen, weniger von fast allem.

 

"Alle Menschen wollen eine Spur hinterlassen, die bleibt", hat Kardinal Ratzinger einmal gesagt. Auch ich habe diesen Ausspruch sehr oft in meinem Leben gehört und mit Verwunderung zur Kenntnis genommen, denn ich möchte genau das Gegenteil.

 

Mein Bestreben ist es möglichst keine Spuren auf der Erde zu hinterlassen.

Nichts soll davon zeugen, daß ich einmal gelebt habe.

 

Ich halte mich für so wichtig, wie Fußspuren in der Wüste Namib.

 

Der nächste Wind bläst sie weg...

 

 

 

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Ich hoffe, ich habe Dir dabei geholfen, mich und meinen BLOG-Artikel besser zu verstehen und würde mich freuen, Dich weiterhin als virtuellen, anonymen Reisebegleiter an meiner Seite zu wissen ;-)

 

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Kommentare: 3
  • #1

    Katharina (Dienstag, 22 März 2016 12:48)

    ... jetzt habe ich mich doch entschlossen, etwas zu Deinen beiden Blogeinträgen zu schreiben- ich hatte mir tatsächlich überlegt auch einen ähnlichen Kommentar zu schreiben, auch wenn ich es nicht als selbstgerecht beschrieben hätte. Ich habe mich vor allem an "unerträglich " (oder ähnlich) in Großbuchstaben gestört. Ich sage dazu Leben und leben lassen. Deine Stellungnahme stellt ja einiges klar. Allerdings empfinde ich einige Deiner obigen Zeilen nun tatsächlich als überheblich und selbstgerecht. Es ist ein Spagat zwischen den eigenen Vorstellungen und Werten und Respekt vor anderen Kulturen, und deren (modernen) Lebensweisen auch wenn in Thailand Motor laufen lassen, laut Musik hören und schnattern am Telefon offenbar mittlerweile dazu gehört. Die Thai - wie auch andere- benötigen noch eine Weile ein größeres Verständnis für Umweltbewusstsein zu entwickeln. Ich bin hin und wieder beruflich in USA unterwegs, und habe mit einigen Dingen dort so meine Problemchen, ich lasse mich aber darauf ein und habe eine gute Zeit. Und Deine Radreise ist doch mehr als nur Arbeit, oder? Sich in Thailand mit der Polizei anzulegen ist eine heikle Sache. Mein Partner wird die nächsten 4 Jahre in Thailand arbeiten- wir haben hier ganz gute Einblicke in die Kultur und Lebensweise. Wir sollten uns bewusst sein, welche teils rasante Entwicklung manche Länder durchlaufen haben, "westliches" Konsumverhalten übernommen haben, mit allen Vor und Nachteilen- und es dauert eben auch bis Mann zB über Plastiktüten nachdenkt. Wir haben dafür in Deutschland auch eine geraume Zeit benötigt... ein bissle mehr Gelassenheit tut manchmal gut.

  • #2

    Dirk Blume (Donnerstag, 24 März 2016 03:45)

    Hallo Katharina,

    danke für Deine Kommentar.

    Du schreibst:

    Allerdings empfinde ich einige Deiner obigen Zeilen nun tatsächlich als überheblich und selbstgerecht.

    Welche Zeilen sind das denn?
    Nur so habe ich eine Chance, darauf zu antworten.

    Viele Grüße


  • #3

    Katharina (Samstag, 26 März 2016 08:04)

    Dirk, Deine Zitate und überhaupt die Stellungnahme im Allgemeinen. Statt Feedback anzunehmen gehst Du voll in Rechtfertigung und Verteidigung. Ich möchte meine Gedanken zu Deinem Blog und Erlebnissen mitteilen und nichts ausdiskutieren. Wenn Du einen Blog schreibst, solltest Du mit unbequemen Kommentaren leben können, und Dich nicht ständig rechtfertigen (wollen). Eins noch: Du sollst natürlich immer über Deine subjektive Wahrnehmung schreiben, andererseits, sind wir IMMER zu Gast, wenn wir auf Reisen außerhalb Deutschlands sind, genauso wie wir zu Gast sind, zB zu einer Einladung bei Freunden. Konfrontation ist nicht (immer) Mittel der Wahl. Viele Grüße Katharina

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