Gestrandet

Der Plan war ja eigentlich, in einem Rutsch nach Khao Lak Ban Sak Beach zu radeln, um mich dort noch drei Wochen lang in der Sonne braten zu lassen. Dabei war ich vor zwei Wochen noch völlig unschlüssig, ob ich überhaupt mit dem Rad in den Süden fahren sollte oder besser den Zug nehme. Denn die Strecke, die ich jetzt in Angriff genommen habe, bin ich letzten März von Süden nach Norden geradelt. Würde es nicht langweilig werden, alles noch einmal zu sehen? Das war meine Hauptüberlegung.

 

 

Jetzt, nach ein paar Tagen, kann ich mir selbst die Antwort geben.

Nein.

 

Vieles entdeckt man erst beim zweiten Mal. Vieles stellt sich ganz anders dar. Hua Hin hatte ich letztes Jahr zum Beispiel an einem Wochenende erlebt. Der reinste Horror! Dieses Mal kam ich unter der Woche durch diese Touristenhochburg, radelte runter Richtung Beach und fand durchaus Gefallen an den kleinen Gassen und dem gastronomischen Angebot.

 

Am Dienstag hatte ich mir zum Ziel gesetzt, die 145 km nach Prachuap Kiri Khan anzugehen, gelandet bin ich nach 85 km in Nong Khaem Noi. Und da bin ich immer noch. Aus verschiedenen Gründen. Zunächst einmal war da der Moment, als ich mal wieder ein Foto von mir und meinem Bike am Strand machen wollte.

 

Just in dem Moment, als ich mein Stativ aufstellen wollte, sahen mich vier Augen voller Hoffnung an. Zunächst war ich völlig perplex. Die Blicke waren so flehend, daß ich nach ein paar Sekunden meine Kamera unverrichteter Dinge wegpackte, das nächste Strandrestaurant ansteuerte und zweimal Reis mit Hühnchen zu bestellte.

 

Dann ging ich auf die Suche nach Mutter und Kind. Nach wenigen hundert Meter wurde ich fündig und konnte den Beiden anschließend dabei zusehen, wie sie das köstliche Mahl gierig verschlangen. Vor allem der kleine Welpe war nur noch Haut und Knochen. Zufrieden mit mir und der Welt radelte ich entpannt weiter, um nach wenigen Metern die ganz einfache und deswegen für mich so herrliche Ansammlung von mehreren kleinen Hütten wiederzuentdecken, wo ich letztes Jahr bereits eine Nacht verbracht hatte.

 

Die Besitzerin mußte mich nicht allzu lange überreden, an diesem einzigartigen, idyllischen Ort, zwischen all den, wie Pilze neu aus dem Boden schießenden, neuen, modernen und teueren Ressorts, für eine Nacht zu bleiben.

 

Abends gegen 22 Uhr, als ich schlafen gehen wollte, lernte ich dann meine Nachbarn, Dom und Gina aus Frankreich kennen.

 

Eins kam zum anderen, alles passte und so bin ich immer noch am "Hundebeach". Der Wind bläst tagsüber herrlich frisch vom Meer, bis nachmittags arbeite ich im nahe gelegenene Cafe, dann gehe ich "meine" Hunde mit frisch gekochtem Reis und Fisch füttern.

 

 

Abends verbringen wir zu Dritt oder zu Viert am Strand oder vor unseren Hütten, essen leckere Thaigerichte, trinken das eine oder andere Fläschen Shiraz oder Merlot, wie bei Franzosen üblich und haben irre viel Spaß miteinander.

 

 

Mein persönlicher Höhepunkt war gestern abend, als Dom, der Fernfahrer sagte, ich sei der erste Deutsche, den er kennen gelernt habe, der Humor besitzt! Was haben wir gelacht :-))

 

Ihr kennt doch die drei dünnsten Bücher der Welt? Die Bücher über englische Kochkunst, deutschen Humor und italienische Helden ;-)

 

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Kommentare: 1
  • #1

    Paty (Dienstag, 08 März 2016 17:28)

    Schön wieder von dir zu lesen. Deine Beiträge sind einfach so nah.
    Viel Spaß weiterhin und Gesundheit.

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