"save the girl child"

Quiet before 8 o´clock in the morning, tuesday the 6th of october. Since two hours, i am back on the road after i´ve spent the last night in the cheapest hotel of my life. 400 Rupies, that means 3.47 €.


Malekhu was the name of the village. It is a small town situated halfway between Kathmandu and Narayangadh. It is situated in the bank of Trishuli River. It is famous for various types of fish species and its product. Malekhu is widely popular for adventurous such as rafting, trekking, kayaking and so on. It is one of the most exciting and dangerous rafting sites of the world.

All of a sudden, some cyclists came along their way on the other side of the road. I let the first 3 cyclist pass and stop the other four of them. All wearing the same shirt.


Let me switch back to german language because that makes it easier to explain about the project "save the girl child" of those cyclist from india.


Zuerst unterhalten wir uns über die Straße hinweg. Nach ein paar Minuten wechseln die Inder die Straßenseite.


Sie haben ihren ganzen Jahresurlaub von 20 Tagen für eine Radexpedition von Mumbai nach Kathmandu investiert, um auf die Situation der ungeborenen und ungeliebten indischen Mädchen aufmerksam zu machen. 1.800 km in 20 Tagen. Wir machen ein paar Fotos und radeln in entgegengesetzten Richtungen weiter. Die Banker aus Mumbai nach Kathmandu, ich Richtung Mugling und weiter nach Pokhara.


Rückblende:


der erste Morgen im Heim von Amit begann mit einem fürstlichen Frühstück. Amit´s Frau hatte sich große Sorgen gemacht, ob sie mir ein adäquates Morgenmahl würde zubereiten können. Hätte sie doch nur gewußt, daß ich bereits mit einem schwarzen Kaffee ohne Milch und Zucker zufrieden gewesen wäre.


Doch es kommt deutlich oppulenter.

Serviert und gegessen wird in meinem Zimmer. Dem größten in Amit´s Wohnung. Hospitality in Nepal. Wow.

Danach heißt es das Bike zu montieren. Als Fahrradmechaniker darf ich auch diesmal wieder Mr. Bean begrüßen. Die Folgen seiner Handwerkskünste sollten mich den ganzen Tag beschäftigen.


Als alles fertig montiert SCHEINT, fährt Amit mit seinem Motorrad voraus, um mir den Weg zu Corsa Nepal Adventures zu zeigen. Die Travel Agency meines Freundes Nakul befindet sich im Touristikviertel Thamel. Noch im September wollte er mich in Deutschland besuchen kommen. Doch aufgrund fehlender Genehmigungen zerschlug sich das Ganze kurzfristig.


Bereits in der ersten Kurve stoße ich während der Fahrt mit dem Fuß an das vordere Schutzblech, was zur Folge hat, daß das halbe Schutzblech vom weiterrollenen Vorderrad nahezu verschlungen und dadurch verbogen wird.

Was habe ich nur falsch gemacht?


Bis zu Nakul´s Office behebe ich die durch Mr. Bean verursachten Mängel. Der Lenker hat Spiel und ist nicht gerade und aus dem Vorderrad werde ich weiterhin nicht schlau. Irgendwie fühlt sich das nicht an wie sonst.


Wir erreichen Nakul´s Office und die Überraschung ist riesengroß: da steht Eka, mein Guide, mit dem ich fast auf den Tag genau vor 7 Jahren Richtung Everest Basecamp aufgebrochen war.


Was für eine Freude!


In Nakul´s Office erfahre ich alle Details über mein Vorhaben, in eine der am schwersten zugänglichen Gegenden Nepals mit dem Rad zu fahren. Entgegen meinen ursprünglichen Plänen entscheide ich mich dann doch für einen Guide. Vistash heißt er. Ein starker, witziger Kerl. Wir verstehen uns auf Anhieb.

Eka hat in der Zwischenzeit auf mich gewartet. Auf meine Einladung hin gehen wir in einem nahegelegenen Café essen. Er erläutert mir seine Situation. Sein Haus ist größtenteils zerstört. Aus der Veranda und anderen Holzteilen hat er sich direkt daneben eine kleinere Hütte gezimmert. Nun möchte er einen Shop in seinem Dorf eröffnen und benötigt für die Beschaffung von Waren, die er dort verkaufen will, ein entsprechendes Startkapital. Dank Euch kann ich ihm das nach einem kurzen Gang zum Geldautomaten sofort mit auf den Heimweg geben. Eka ist überglücklich. Sofort ruft er seine Frau an und überbringt ihr die frohe Botschaft.


 

Als ich Zuhause bei Amit ankomme, hat dieser bereits über den Onkel seines Freundes eine Flasche Benzin besorgt. Zwei Stunden hat er darauf warten müssen. Nun können wir los.

Alte Freunde treffen. Zuerst Tenzing, den sie heute, wie vor sieben Jahren im Shangri La Guesthouse, immer noch aufziehen. Erst vor zwei Wochen hat er sein eigenes, kleines Restaurant eröffnet. Derzeit kann er aber nicht viel anbieten. Die Blockade der Inder trifft auch ihn. Er hat kein Gas zum kochen.

 

Plötzlich geht die Tür auf und Shankar betritt das Lokal. Der Mann hatte mir damals die historischen Orte rund um Kathmandu gezeigt. Geld wollte er keines dafür. Gastfreundschaft aus der Freundschaft wurde.

 

Shankar bekommt 10 Minuten Vorsprung. Wir folgen ihm auf dem Motorrad an einen unglaublichen schönen Platz im Valley. Selbst ein Bach plätschert hier. Nepal hat sich stark zu seinem Vorteil verändert. Man hat der unglaublichen Umweltverschmutzung der Kampf angesagt. Selbst die Straßengräben wurden landesweit gesäubert. Meine "brothers" denken, nicht zuletzt durch die Petrolblockade bedingt, darüber nach ihre Motorräder durch Fahrräder zu ersetzen. Zweimal im Monat gibt es hier auch Critical Mass Cycling. Ich bin beeindruckt.

 

Der Rest des Abends ist Essen und Trinken und Lachen. Ab und zu verstehe ich einen Wortfetzen Nepali, frage auf englisch nach dem Thema und werde meist mit in meinen Vermutungen bestätigt. Wir verstehen uns auch ohne Worte.

 

Amit´s Zurückhaltung in Bezug auf alkoholische Getränke beende ich, indem ich als Rücktransportmittel ein Taxi bezahle. Ab da wird die Lage für uns alle deutlich entspannter, aber auch Promillehaltiger...


Der nächste Morgen bringt einen dicken Kopf und mir die Erleuchtung.


Ich schaue mir nochmals die Fotos meines Bikes an. Plötzlich ist alles klar. Unfassbar, was Mr. Bean da wieder gemurkst hat. Aber Selbsterkenntnis ist ja auch eine Erkenntnis.


You got it?

Am 5. Oktober geht es endlich los.


Amit posiert für ein Abschiedsfoto vor dem Zelt, in dem er und die Nachbarschaft eine Woche lang, nach dem Erdbeben zugebracht hatten.


Anschließend radle ich Richtung Thamel und dann Richtung Fluß, um die Ringroad mit Ziel Pokhara zu verlassen.

Eine weitere große Überraschung war die Erkenntnis, daß nur sehr wenige Gebäude in Kathmandu zerstört worden sind. Daß es dabei vor allem die historischen und bekannten Gebäude getroffen hat, ist für Amit aufgrund der Konstruktion und des Baumaterials kein Wunder. "Nepal will rise again" bedeutet für die Nepalis auch, alles was zerstört wurde, kann nun richtig und Erdbebensicher wieder aufgebaut werden. Auf dem Land, in der Everestregion oder in Jiri, der Heimat von Eka, sieht das deutlich anders aus.


5. Oktober: Kathmandh - Malekhu (85 km)

Einmal biege ich falsch ab, bemerke meinen Fehler aber nach zwei Kilometern. Danach geht es auf ungewohnt leeren Straßen ganz entspannt Richtung Westen.


Am Rande von Kathmandu geht dann plötzlich gar nichts mehr. LKWs und Busse blockieren die komplette Straßenbreite. Nicht mal mit dem Rad ist ein Durchkommen. Denke ich, doch dann balanciere ich das Bike auf der einen Seite eines Grabens und bewege mich Schritt für Schritt abstützend auf der anderen Grabenseite vorwärts. Ein Nepali, der mir zuschaut, scheint mir keine Erfolgschance einzuräumen. Doch gerade als es nicht mehr enger geht, entdecke ich eine Lücke zwischen zwei Brummis und schlängele mich und mein Rad geradeso durch. Ich sitze wieder auf und pedaliere belustigt an Hunderten von LKWs und Bussen vorbei. Auto-Mobil ? Fahr-Rad!




6. Oktober - Malekhu - Damaule (80 km)

In Damaule angekommen, bekomme ich ein noch günstigeres Zimmer als am Abend zuvor. Unglaubliche 2,61 € stehen zu Buche. Als ich das Zimmer besichtige zucke ich kurz: es hat keine Dusche! Doch auf dem Boden steht ein Eimer und eine Schöpfschüssel. Bilder drängen sich wieder in meinen Kopf.




Ich muß innerlich grinsen.

 

Mit der Schüssel sich immer wieder das Wasser über den Kopf zu gießen, so hatte ich das 14 Tage lang im März im IDC Prison in Bangkok gemacht. Okay. Ich nutze die Chance, mich selbst einmal mehr zu therapieren. Man weiß nie wozu es gut ist. Heute weiß ich, was ich damals gelernt habe.


So unglaublich das klingt, aber damals hatte ich mit 88 Mann in einer 90qm großen Zelle gelebt. 12 Tage lang. Auf einer dünnen Decke sitzend oder liegend. Schulterbreit. 1. 80 lang. Die Gefangenen hinter mir mußten über mich darüber steigen, wenn sie den 20 cm breiten Gang zu meinen Füßen benutzen wollten.


Tag und Nacht brannte das Licht. Drei Stehklos für 88 Mann. Ein Wasserbecken mit den oben beschriebenen Schöpfschüsseln. Dreimal am Tag Reis mit etwas undefinierbarer Soße. Einmal die Woche konnte man Vitamintabletten bestellen. Die meisten Mithäftlinge hatten Ekzeme am ganzen Körper.

 

Ein Chinese lebt seit 15 Jahren in diesem Raum.

Ein weiterer Chinese seit 12 Jahren, ebenso wie der nette Japaner, der hinter mir seinen Lebensraum hatte.

 

Mir kommen noch heute die Tränen, wenn ich an diese unmenschliche Situation denke.

 

Neben mir die Uiguren mit ihren 3 Kindern, alle drei noch keine 10 Jahre alt. Damals waren sie seit 9 Monaten da drin.

 


Ich weiß heute, was es bedeutet, in einem fremden Land "illegal" zu sein. Denn ich war es selbst. Im März 2015 in Thailand.

 

Wird man in Thailand "illegal" aufgegriffen oder stellt sich freiwillig, wie ich es getan habe, dann sieht die Regelung es vor, daß man in sein Ursprungsland zurückgebracht wird. Ist man politisch verfolgt, wie die beiden Chinesen, kann man die Rückführung ablehnen. Die UN sucht auf der ganzen Welt nach einem Land, das einen dann aufnimmt. Ist kein Land bereit dazu, verbringt man den Rest des Lebens in dieser Zelle.

 

Hat man keine 600 Euro für den Rückflug oder keine Freunde, die einem das Geld auf ein Treuhandkonto im IDC überweisen, bleibt man ebenfalls in dieser Zelle. Die deutsche Botschaft leiht einem das Geld anscheinend nicht.

 

Ein Deutscher, der in Vietnam seine Frau hat, ist seit 3 Jahren da drin. Meist schläft er, oder träumt davon einen alten Kübelwagen zu restaurieren. Farbe: lila.

 

Vier andere Deutsche sind im März 2015 seit mehr als 3 Monaten inhaftiert.

 

7. Oktober: Damaule - Pokhara (50 km)


Der frühe Vogel fängt den Wurm, denke ich, und starte gegen 7 Uhr.

Zuvor trinke ich zwei Tassen zuckersüßen, nepalesischen Tee.


 

Zunächst radle ich morgens durch Nebel, zur Mittagszeit unter blauem Himmel und Sonnenschein der unglaublichen Kulisse des Annapurna-Massivs entgegen.


Kurz nach 12 Uhr erreiche ich Pokhara, wo ebenfalls unbegründete Touristenflaute herrscht. Ich nutze die Situation und bekomme ein Zimmer mit Sonnenbalkon für 800 Rupien (= 6.96€).

 

Der Plan

 

Wahrscheinlich wird dieser Bericht der letzte für die nächsten 20 Tage sein, denn morgen früh werde ich mit ca. 6 kg weniger als bisher, mein diesjähriges großes Ziel in Angriff nehmen.

 

Niemand konnte mir bislang genau sagen, wieviele Kilometer bis Jomsom vor mir liegen. Aber die Schätzungen gehen einhellig Richtung 150 km.

 

Sicher scheint zu sein, daß es eine "bumpy road" sein wird.


Defensiv geplant bedeutet das, daß ich mir jeden Tag 30 km zum Ziel gesetzt habe.

 


Wertvolle Informationen zu dieser Strecke habe ich gestern von meinem Reiseradlerfreund und "Rothose" Chris (HSV-Fan aus Hamburg) per Chat bekommen.




Chris habe ich vor sieben Jahren hier in Pokhara kennengelernt und wir stehen seitdem in Verbindung.

 

Damals verliebt ist er heute mit einer Nepalesin verheiratet.

Die Königsetappe wartet wohl am dritten Tag auf mich, wenn es auf 2.700 Meter hoch geht.


In weiser Voraussicht habe ich Winterhandschuhe, Innenhandschuhe, lange Unterhemden, Gesichtsmaske und eine lange Radlerhose am Start. Was Kälte betrifft, bin ich ja nicht gerade so richtig männlich im Verhalten...

In Jomsom werde ich von meinem Guide am 13.10. erwartet. Gemeinsam mit einer Trekkinggruppe werden wir am 14. Oktober den Checkpoint in Kagbeni durchfahren. Danach werde ich mich von dieser Gruppe trennen. Ich bin kein Herdentier...

Das Permit (Genehmigung) für die Region Mustang hat mich für 10 Tage 500 Euronen gekostet. Gemeinsam mit meinem Guide werde ich versuchen Lo Manthang zu erreichen. Er zu Fuß - ich mit dem Rad. Dabei werden wir uns bis auf eine Höhe von über 4.000 Meter hocharbeiten.


Wir werden sehen, sprach der Blinde ;-)


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Kommentare: 7
  • #1

    manne (Donnerstag, 08 Oktober 2015 15:51)

    Dirk,
    Viele grüße von der kelkerstaffel nahe deines basiscamps :-)

    Wünsche dir alles gute auf deiner reise !

    Manne

  • #2

    Dirk Blume (Donnerstag, 08 Oktober 2015 15:54)

    @Manne: ist der Huf wieder fit oder war das Foto ein Fake ;-)...wenn ja, warum nicht bei mir im Studio Kemnat produziert...:-)

  • #3

    Stefan (Ostfildern :-) (Donnerstag, 08 Oktober 2015 15:55)

    Hi Dirk, schön dich wieder auf deinem blog zu begleiten....,
    good luck!
    Stefan ;-)

  • #4

    Dirk Blume (Donnerstag, 08 Oktober 2015 15:57)

    @Stefan...schön zu wissen, daß Du wieder dabei bist :-)...take care mate :-)...Deine Linsen mit Schbätzla wurden kurzfristig durch Dal Baht ersetzte ;-)

  • #5

    Manne (Donnerstag, 08 Oktober 2015 22:31)

    da ich ja nicht so fit in photoshop bin wie du....hab ich mir mein zartes knie mit theaterblut dramatisch hingeschminkt...nur um deine waschmaschine nicht schleppen zu müssen :-)))))

  • #6

    Jürgen (Samstag, 10 Oktober 2015 08:58)

    Das mit deinem Bike ist ja schon bedenklich. Aber Du hast ja noch die Kurve gekriegt. Wenn du zurück bist....machen wir mal einen Schrauberkurs..lol...Ansonsten Keep your Head up high

  • #7

    Jürgen (Samstag, 10 Oktober 2015 14:21)

    Von Jomsom nach Lomanthang sind es keine 70 km....und unterwegs soll es noch eine deutsche Bäckerei geben

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